Ochsenfurter helfen in Idomeni
Ochsenfurter helfen in Idomeni

Ochsenfurter helfen in Idomeni

Weiterhin tatenlos den TV Berichten über die Flüchtlingssituation im griechischen Idomeni und den umliegenden Camps zu folgen, war für Jochen Schwarz, seiner zukünftigen Frau Stephanie Redelberger und Ingo Mend ein ‚no-go!‘ „Wir müssen was tun und da runter fahren um zu helfen“, so Jochen Schwarz.

 

 

 

Vielen Dank an dieser Stelle an Klaus Meyer (VW Autohaus Meyer),  Christian Sessner (Opel Autohaus Sessner) und Willi Schwarz für die spontan zur Verfügung gestellten Transporter.

 

Foto: Uschi Merten

Sie haben sich spontan entschlossen, eine Hilfsaktion für die Flüchtlinge in Idomeni zu organisieren. Das Auto für die 2000 Kilometer lange Fahrt ist noch auf der Hebebühne, weil die Bremsen neu gemacht werden, damit alle sicher nach Griechenland kommen. Im Bild (von links): Jochen Schwarz mit seiner Frau Stephi, Andreas Jutzi und Ingo Mend.

(Quelle: www.mainpost.de)

Alle unsere Fotos von der Aktion könnt ihr hier sehen: Zur Fotogalerie (öffnet im neuen Fenster)

Odyssee ins Ungewisse

Idomeni Hilfe Fotogalerie Unsere Fotos

Donnerstag 17.03.2016

Als ich am Donnerstagmorgen Jochen’s Nachricht erhielt, mit der Bitte doch einmal kurz bei ihm vorbeizuschauen, dachte ich nicht im Traum daran 6 Tage später in einem der 4 Fahrzeuge Richtung Idomeni zu sitzen! Eigentlich wollte ich nur aufgrund meiner 15jährigen Erfahrung bei Hilfstransporten der Johanniter-Unfall-Hilfe nach Osteuropa, beratend zur Seite stehen.

 

 

 

Was mit einem lockeren Gespräch begann, entwickelte sich in den folgenden Tagen zu einer außergewöhnlichen Aktion die hier in der Region ihresgleichen sucht und die es in dieser kurzen Zeit bis zur Abfahrt zu bewältigen galt.

Freitag 18.03.2016

Fahrtroute, Papiere, Infomaterial, eine Spendenaktion vor dem Ochsenfurter Rathaus, ein Spendentag in Jochens Firma in der Mainau B5, alles musste in kürzester Zeit organisiert werden. Jochen kümmerte sich gleich um die Fahrzeuge, drei mussten es sein, eines hatte er selbst. Sofort bekam er die Zusage von Klaus Meyer (VW Autohaus Meyer) und Christian Sessner (Opel Autohaus Sessner) die uns einen VW T5 und einen Opel Vivaro kostenfrei zur Verfügung stellten. Ich erzählte derweil Uschi Merten von unserem Vorhaben und bat sie um einen Artikel im Ochsenfurter Teil der Mainpost, kontaktierte die Koordinationsstelle für internationale Flüchtlingshilfe der JUH in Hamburg und meinen langjährigen Einsatzleiter bei den Johanniter-Weihnachtstruckern, um ihn um Papiere zu bitten. Schließlich wussten wir nicht worauf wir uns einlassen, deshalb sollte alles gut vorbereitet und in ‚trockenen Tüchern‘ sein.

 

Samstag 19.03.2016

Wir trafen uns alle zur Spendenaktion am Rathaus, auch Klaus Meyer und Christian Sessner kamen mit den beiden gesponserten Transportern. Aus der Zeitung hatten viele von unserer Aktion erfahren und kamen sehr zahlreich um etwas dazu beizutragen. Es entwickelten sich angeregte Gespräche und so konnten wir in den zwei Stunden sagenhafte 2.700 Euro an Spenden verbuchen. Damit hätten wir nie gerechnet! Während wir am Rathaus standen richtete Simone Barrientos für uns die facebook-Gruppe „Taten statt Worte“ Ochsenfurter helfen in Idomeni ein, der binnen kürzester Zeit viele Menschen aus Ochsenfurt und Umgebung beitraten um uns zu unterstützen.

Noch am gleichen Tag fuhr ein Team los um Lebensmittel einzukaufen. Müsli,- und Vitaminriegel, Kekse, Frucht,- und Kakao Drinks, verpackte Croissants sollten in die Tüten die wir schon hier packen wollten.

Müsli,- und Vitaminriegel
Fruchtdrinks

Sonntag 20.03.2016

Der Sonntag war geprägt von Informationen einholen, Route über Rumänien – Bulgarien nach Griechenland planen, Karten ausdrucken, Listen anlegen und Fahrzeugordner fertigmachen.

 

Montag 21.03.2016 der Spendentag in der Mainau B5

Schon morgens trafen wir uns um weiter einzukaufen und alles für den Spendentag vorzubereiten. Schon zeitig kamen die ersten Helfer und brachten Kleidung, Lebensmittel,- und Geldspenden. Zum eigentlichen Beginn der Aktion um 14 Uhr hatte sich schon ein stattlicher Berg an Kleidung angesammelt. Zum Sortieren und Tüten füllen kamen viele Freunde, Bekannte und Familienmitglieder, wobei alle sehr viel Spaß mitbrachten.

Nach und nach packten wir die fertig gefüllten Kartons und Kunststoffboxen in die Fahrzeuge. Schon bald stellte sich heraus, dass wir unbedingt noch einen vierten Transporter brauchen! Jochens Vater Bernhard und sein Bruder Willi sagten daraufhin kurzfristig alle Verpflichtungen bzw. geplanten Vorhaben für die Osterfeiertage ab, und so hatten wir binnen kürzester Zeit mit Willi’s Transporter das wichtige vierte Fahrzeug mitsamt Team! Noch bis abends 20 Uhr wurde gepackt, sortiert und eingeladen.

Freude beim Packen
Immer wieder nachlegen
Beim Kleidung sortieren

Dienstag 22.03.2016

Die Papiere für die drei zuerst geplanten Fahrzeuge waren per Post gekommen. Für das vierte Auto wäre der Postweg zu knapp gewesen. Aber auch dafür fand sich eine kurzfristige Lösung.

Die Autos wurden tagsüber fertiggeladen und alles für die Abfahrt, die für Mittwoch 3 Uhr geplant war, vorbereitet. 

 

Mittwoch 23.03.2016

Um halb drei trafen wir uns in der Mainau B5 zur Abfahrt. Auch Walter Meding war mit vor Ort um die Abfahrt in Bild und einem kurzen Video für ‚Hallo Maintal‘ festzuhalten.

Nun galt es für uns ‚Taten statt Worte‘ umzusetzen, die 2000 km Odyssee ins Unbekannte konnte beginnen.

 

Nach einem kurzen Zwischenstopp, bei dem ich in Lauf a.d. Pegnitz die dort deponierten, noch fehlenden Papiere abholte, führte uns unser Weg über Suben, durch Österreich und Ungarn nach Rumänien. Zwischen dem Grenzübergang Arad und der Universitätsstadt Temeschwar bezogen wir unser Nachtquartier, welches uns mein guter Freund Alexandru Toniuc aus Bistrita(RO) empfohlen hatte. Hier setzten wir uns noch kurz zusammen um den Tag ausklingen zu lassen.

Während der Fahrt erhielt Jochen aufgrund eines Eintrages in unserer facebook-Gruppe, auch eine Telefonnummer von Theofanis Morkotinis von der Aktion ‚Maulbronn hilft‘ die gerade in Idomeni vor Ort waren. Mit ihm telefonierten wir noch am Abend. Was wir von ihm hörten stimmte uns nicht gerade zuversichtlich, denn sie hatten bei der ersten Verteilung im Camp offensichtlich Probleme die Fahrzeuge heil wieder rauszubringen. Wir vereinbarten uns zu melden sobald wir unten sind um uns mit den Maulbronnern zu treffen.

Abfahrt in Ochsenfurt
Unterwegs nahe Arad (RO)
Unterwegs durch Bulgarien

Donnerstag 24.03.2016

Die Fahrt durch Rumänien und Bulgarien zur griechischen Grenze zog sich aufgrund der zum Teil sehr schlechten Straßenverhältnisse länger hin als geplant. Wir mussten aber diese Route wählen, da wir hier nahezu kontrollfrei durch EU Länder fahren konnten. Über Serbien und Mazedonien wären uns lange Grenzaufenthalte und Ladungskontrollen, aus meiner Erfahrung vergangener Transporte, nicht erspart geblieben.

Gegen 22 Uhr erreichten wir dann unsere Unterkunft im griechischen Rodopoly. Tina Westendorf vom Helferkreis-Ochsenfurt hat sie für uns ausgekundschaftet. Sie spricht neben mehreren anderen Sprachen auch perfekt griechisch. Da wir uns mit den beiden Brüdern die die Unterkunft betreiben, auf Anhieb sehr gut verstanden, vereinbarten wir, alle Übernachtungen dort zu verbringen.

Freitag 25.03.2016

Wir trafen uns gegen 11:30 in Axioupoli bei Polikastro mit den Maulbronnern die sich gerade für die Heimreise fertig machten. Theofanis gab uns viele Tipps und Kontaktnummern, die uns in den nächsten Tagen sehr weiterhelfen sollten. Eine wirklich tolle Truppe, die wir nach einem gemeinsamen Foto würdig Richtung Heimat verabschiedeten.   

Die nächsten Tage standen ganz im Zeichen von verteilen, einkaufen, Kleidung sortieren und Päckchen packen, wobei unser erster Einsatz im ‚Außenlager‘ an der EKO-Station für uns eher ernüchternd verlief.

Wie uns Theofanis empfahl, stellten wir die Fahrzeuge so, dass ein Korridor entstand. Wir hatten uns einem ‚U‘ ähnlich aufgestellt. Im Abstand von etwa 6m errichteten wir eine ‚symbolische Barriere‘ vor der sich im Nu zwei Reihen bildeten. Eine Reihe Männer, eine Reihe Frauen und Kinder.

Immer fünf Männer, anschließend fünf Frauen kamen abwechselnd vor und erhielten jeder eine gepackte Tüte von uns. Anfangs noch problemlos und relativ ruhig, entwickelte sich das Ganze dann aufgrund des Massenansturms eher dramatisch. Mittlerweile war die Schlange schon auf mehrere hundert Menschen angewachsen und drängte uns ziemlich nahe an die Fahrzeuge zurück. Klar hatten die Menschen Hunger und jeder freute sich über unsere Tüten und bedankte sich mit einem Lächeln, aber die,- nun auch von der Seite herandrängenden Menschen zu kontrollieren, war ein schier aussichtsloses Unterfangen. Jochen und ich mussten die Aktion daraufhin aus Sicherheitsgründen abbrechen und wir verließen vorerst das Camp. Unser Dank gilt an dieser Stelle auch dem schwedischen Team von ‚Lighthouse Relief‘ die uns hier bei unserer ersten Verteilaktion tatkräftig unterstützten!

 

Am Treffpunkt bei Polikastro gab es ein Hotel welches als Koordinationspunkt für viele europäische Volontäre fungierte. Gegenüber machten Bernhard und Willi Schwarz eine top organisierte Kleiderkammer aus, die von Czech-Team betrieben wurde. Von dieser Kleiderkammer aus pendeln Volontäre ständig um gezielt benötigte Kleidung in die Flüchtlingslager zu bringen. Hier konnten wir auch große Teile unserer Kleidung sinnvoll unterbringen, jedoch mussten wir alles komplett umsortieren. Jeder Karton durfte nur eine Art von Kleidungsstücken beinhalten, was dem Czech-Team half, den Überblick in der großen Halle zu behalten und einen schnellen Zugriff auf bestimmte Kleidungsstücke zu ermöglichen.

 

Hier lernten wir auch Matthias aus Österreich kennen, der gerade sein Auto mit Kleiderkartons belud um sie nach Idomeni zu bringen. Um die Lage im Camp Idomeni erst einmal abzuchecken, fuhren Jochen und ich hinter ihm her zum Camp. Stephi, Uli, Ingo, Markus, Bernhard und Willi begannen derweil die Kleidung umzusortieren.

Gruppenbild mit dem Team 'Maulbronn hilft'
Unser erster Kontakt im Camp 'EKO'
Beim Päckchen verteilen im Lager 'EKO'
Kleidung umsortieren beim Czech-Team

Flüchtlingslager Idomeni an der Grenze zu Mazedonien

 

Im Camp stellte uns Matthias gleich dem Leiter der,- von einer privaten Gruppe aus Österreich geleiteten, Suppenküche am ‚Bahnhof‘ vor. Franz-Josef Hoellwarth war uns auf Anhieb sympathisch und er erzählte uns von ihrer Aktion hier. Im 24 Std. Betrieb wird hier ‚inoffiziell‘ für Flüchtlinge Essen zubereitet, Suppen gekocht und Tee ausgeschenkt.

Wir waren dermaßen vom Engagement der Truppe hier begeistert, dass wir ihm anboten die Suppenküche in unsere Einkäufe mit einzuplanen. Jochen bat ihn, uns eine Liste mit benötigten Lebensmitteln zu schicken welche wir dann am nächsten Tag einkaufen und bringen wollten.

 

Unser folgender Rundgang durch das Camp konfrontierte uns dann knallhart mit der Realität! Überall auf den Bahnsteigen Zelte soweit das Auge reicht. Es roch nach verbranntem Kunststoff und Abfällen. Die Kinder spielten zwischen Müllcontainern, rauchenden Feuerstellen und toxischen Dämpfen, unbeschreiblich! Die Fotos in unserer Galerie sprechen hierzu ihre eigene Sprache, können aber nur visuelle Eindrücke vermitteln. Das reale Empfinden vor Ort ist weitaus schwieriger zu verkraften.

Nach unserer Rückkehr zur Kleiderkammer sortierten wir noch mit unserem Team weitere Kleidungsstücke, verbrachten diese in die Halle und beendeten den ereignisreichen Tag dann bei einer Pizza in unserer Unterkunft. Still war es…. Irgendwie hatte heute jeder sein eigenes Kopfkino zu bewältigen.

 

Flüchtlingslager Idomeni
Idomeni Bahnsteigbereich
Camp 'EKO' toxische Dämpfe

Samstag 26.03.2016

Da die Region in der unsere Unterkunft lag wirtschaftlich nicht sehr stark schien, boten wir unseren beiden ‚Herbergsbrüdern‘ an, die Einkäufe hier am Ort zu machen um weitere Lebensmitteltüten packen zu können. Sehr gerne, meinte einer der beiden, er begleitet uns auch gerne um uns zu unterstützen, sagte er. Daraufhin erhielt unser Team sehr gute Preise, ein paar Prozente hier, ein paar Prozente da, was sich durchaus bei ca. 1000 Euro Waren positiv auswirkte.

 

Anschließend fuhren wir wieder zur Kleiderkammer. Hier bildeten wir zwei Teams. Das eine Team begann sofort aus den eingekauften Lebensmitteln neue Tüten zu packen, das andere Team wollte zusammen mit Jochen die übermittelte Bestellliste der Suppenküche einkaufen und direkt dorthin bringen.

Während unser Team fleißig packte, waren für mich einige Telefonate angesagt. Wir wussten von Theofanis, dass Holz bei den momentanen Nachttemperaturen nahe des Gefrierpunkts, ebenso wichtig war wie Lebensmittel. Die Menschen froren, und das Verbrennen von Abfällen, Autoreifen und Plastik war mehr als gefährlich! Ich nahm also Kontakt mit ‚Firewood-4-Refugees‘ auf, deren Nummer wir ebenfalls von Theofanis hatten. Die gemeinnützige Organisation liefert zu recht günstigen Preisen Feuerholz in die Camps.

Ich orderte für das EKO Camp vorerst 3x vier Tonnen für drei verschiedene Plätze innerhalb des Camps, die auch innerhalb von ca. 2 Stunden geliefert wurden. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich noch nie gesehen habe wie innerhalb 7 Minuten nach dem Abkippen 4 Tonnen Holz verräumt werden konnten! Jeder griff sich was er tragen konnte, selbst die Kinder mühten sich mit den großen Scheiten Hartholz ab!

 

Währenddessen waren wir wieder mit den weiteren, fertig gepackten 1000 Päckchen im Camp. Diesmal hatte ich vorher mit Hassan im Lager telefonisch Kontakt aufgenommen um diesmal für unser Team eine etwas sicherere Verteilung vorzubereiten. Hierzu konnten wir eine Art Gang mit Abgrenzungen aufbauen, welcher uns von ADM (Ärzte ohne Grenzen) zur Verfügung gestellt wurde. Schnell bildete sich innerhalb dieser Leiteinrichtung eine beachtliche, zweireihige Schlange die binnen einiger Minuten auf weit mehr als 200 Wartende anwuchs. So eine Verteilaktion verbreitet sich im Camp rasend schnell, und so kamen immer mehr um sich ihre Tüte abzuholen.

Diesmal funktionierte die Verteilung dank Hassan und einigen Helfern weit besser. Klar gibt es unter so vielen anstehenden Menschen auch die ein oder andere Rangelei, aber alles in allem konnten wir unsere Päckchen komplett ausgeben.

 

Ich klärte mit Hassan, dass wir auch am nächsten Tag wieder mit neuen Päckchen und mit zwei der Fahrzeuge,- in welchen noch sehr viel Kleidung war, wiederkommen wollen.

Unterdessen war Jochen’s Team ebenfalls super erfolgreich. Sie hatten zu Dritt alles für die Suppenküche eingekauft was auf Franz-Josefs Liste stand, und noch einiges mehr! Insgesamt bekam er über 1,5 Tonnen wichtiger Lebensmittel nach Idomeni gebracht, die eine weitere Versorgung der Flüchtlinge im Bahnhofsbereich erst einmal sicherstellte. Joe war mehr als dankbar! Irgendwie konnte es das ganze Team der Suppenküche gar nicht so richtig fassen, dass wir unser Versprechen,- ihnen diese wichtigen Dinge zu bringen, wirklich gehalten haben. Nur durch solche extrem wichtigen Lebensmittelspenden kann diese Küche am Leben gehalten werden, und lindert dadurch sehr viel der Entbehrungen der Flüchtlinge und vor allem auch der vielen Kinder im Lager.

Man spürt hier förmlich, dass alles was hier unten abgeht hauptsächlich auf Vertrauen, Respekt und Hilfsbereitschaft aufgebaut ist. Ohne diese Grundsätze hätten ganz sicher schon viele freiwillige Helfer aufgegeben.

 

Nach der recht späten Rückkehr in unsere Unterkunft, musste wieder für jeden eine Pizza herhalten, denn um zu so später Stunde noch in ein Lokal zum Essen zu gehen, hatten wir nach diesem harten Tag wirklich alle keinen Geist mehr.

Einkauf in Rodopoly
Päckchen packen
1,5 to für die Suppenküche
Jochen und Franz-Josef

Ostersonntag 27.03.2016

Der Gedanke, dass unsere Lieben zuhause jetzt die Osterfeiertage ohne uns verbringen müssen, stimmte den ein oder anderen schon etwas nachdenklich und traurig zugleich. Aber wir hatten unsere uns selbst gestellte Aufgabe noch nicht ganz erfüllt, wir mussten und wollten weitermachen.

 

Während ein Team nochmals hier in Rodopoly zum Einkaufen im extra für uns am Sonntag geöffneten Laden fuhren, machten wir anderen uns schon mal auf den Weg nach Polikastro um die Kleidung die wir noch in zwei Fahrzeugen hatten ins Camp zu bringen.  

Tags zuvor war von ADM ein größeres Zelt aufgebaut worden, welches wir nach Absprache für die Kleiderausgabe nutzen konnten. Es war so groß, dass ich mit dem T5 ganz reinfahren und Uli mit dem Vivaro zusätzlich noch rückwärts rein konnte. Innerhalb des Zeltes konnten wir die Kleiderkartons ohne Gefahr zu laufen überrannt zu werden, mit einigen Helfern ausladen und gleich schon etwas vorsortieren. Draußen vorm Zelt sammelte sich schon eine beachtliche Menschenschlange um später das ein oder andere Kleidungsstück entgegennehmen zu können.

 

Während Hassan und seine Helfer begannen die Kleidung geordnet auszugeben, trafen wir uns wieder mit dem Team am Parkplatz der Kleiderkammer um weitere 500 Päckchen fertigzumachen. Nachdem dies geschehen war, brachten wir sie ebenfalls in das Zelt im Camp. Da Hassans Helfer den besseren Überblick hatten, wer in den letzten beiden Tagen schon Päckchen erhalten hat, übergaben wir ihm die Aufgabe diese Tüten während der Kleiderausgabe mit zu verteilen.

 

Noch auf dem Weg ins Camp Idomeni orderten wir 2x 8 Tonnen Brennholz für die Menschen im Lager. Jedoch konnte der LKW aufgrund einer Demonstration auf der Brückenzufahrt zum Camp, nur über Schleichwege zum Lager kommen. Jochens Team, welches schon vorgefahren war, empfing den LKW dann im Camp am vorher ausgemachten Platz. Derweil mussten auch wir über diese bergige Nebenstrecke nach Idomeni fahren. Gegen 17 Uhr kam dann die zweite Lieferung, die in einem anderen Bereich des Lagers abgekippt werden sollte. Nur zehn Minuten dauerte es bis auch diese Lieferung Holz dankbare Menschen erreicht hatte.

 

 

Als wir an diesem Abend in unserer Unterkunft zurück waren, war für alle klar, heute Abend gibt es keine Pizza! Heute mussten wir einfach mal landestypisch essen, was wir dann auch in einem kleinen Restaurant in Rodopoly nach getaner Arbeit sehr genossen haben.

Päckchen packen
Kleiderausgabe im Zelt
2x 8 to Holz für Idomeni
Fertig zur Verteilung

Montag 28.03.2016 Tag der Abreise

Nach dem Frühstück hieß es für uns Abschied nehmen und wir verließen den kleinen Ort um die Heimreise anzutreten. Tags zuvor hatten wir uns schon sehr herzlich von Franz-Josef und seinem Team der Suppenküche verabschiedet. Da die Transporter leer waren, konnten wir die Route über Mazedonien und Serbien nutzen, da nun keine größeren Kontrollen mehr zu erwarten waren.

 

Nach einer Übernachtung in Ungarn nahe Szeged erreichten wir am Dienstagabend gegen 23 Uhr Ochsenfurt, wo wir von Freunden und Familienmitgliedern aufs herzlichste empfangen wurden. Damit hätte niemand von uns gerechnet, vielen Dank dafür!

 

Bericht: Andreas Jutzi

Die Suppenküche
Gruppenbild mit Joe
Spielen mit Kindern
Dankbarkeit
Danke für den tollen Empfang zu so später Stunde!

Dankeschön

 

An dieser Stelle möchten wir herzlich Danke sagen an alljene die uns so tatkräftig unterstützt haben. Ob Kleiderspenden, Geldspenden oder Lebensmittel,- und Sachspenden, wir waren überwältigt von der Hilfsbereitschaft der Ochsenfurter und den zahlreichen Helfern aus dem ganzen Umland bis nach Bad Kissingen! Ihr verdient unseren höchsten Respekt!

 

Danke für euer Engagement und eure Bereitschaft zu helfen.

 

Andreas Jutzi, Jochen Schwarz, Stephanie Redelberger, Ingo Mend, Ulrich Weidinger, Bernhard und Willi Schwarz, Markus Ulsamer.

Alle unsere Fotos von der Aktion könnt ihr hier sehen: Zur Fotogalerie (öffnet im neuen Fenster)

 

Den Bericht als pdf zum Download: 

Taten statt Worte
Bericht: 'Ochsenfurter helfen in Idomeni'
Odyssee ins Ungewisse.pdf
PDF-Dokument [487.9 KB]

Kommentare

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  • Franz Josef Höllwarth (Mittwoch, 06. April 2016 22:06)

    Liebe Ochsenfurter,
    herzlichen Dank für Euer Engagement, Herzlichen Dank für´s Mensch sein!
    Ganz besonders möchte ich mich nochmals für Euren Einkauf und die Bargeldspende bedanken. Ihr habt damit sehr vielen schutzsuchenden Menschen geholfen.
    DANKE OCHSENFURT!!!

  • Erwin hartinger (Dienstag, 05. April 2016 13:09)

    Ohne viele Worte:
    Vor dieser Leistung kann man nur den
    Hut ziehen!!
    Tausend Dank...............

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